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Wohnmobile von CS-Reisemobile

REISEMOBIL INTERNATIONAL Ausgabe 6/2016:

Mit freundlicher Genehmigung der DoldeMedien Verlag GmbH

Durch dick und dünn

Mit dem Independent zeigt CS einen Mercedes-Benz Sprinter, der Geländetouren meistert und sich gut auf der Straße fahren lässt

INDEPENDENTIch höre, dass ich nichts höre. Bis auf das Abrollgeräusch der Reifen. Angenehm leise rollt der CS Independent über den Asphalt – wie ein Sprinter eben. Der 190 PS starke Turbodiesel-Sechszylinder hat genügend Power, den Allradler auf jeder Straße der Welt zügig voranzutreiben. Lange Etappen zum Einsatzort, wo letztendlich die Geländetauglichkeit gefragt ist, werden mit dem von CS ausgebauten Mercedes-Benz Sprinter zum Kinderspiel.

Dass die 245/75R 16 Zoll großen BF Goodrich Allterrain-Reifen leicht heulen, daran gewöhnt sich die Crew schnell. Genauso wie an die CS-Möbel, die unerschütterlich an ihrem Platz sitzen, ohne Quietschen und Knarzen – ein weiteres wichtiges Komfortmerkmal des Kastenwagens aus der wenige Kilometer nördlich von Hamburg ansässigen Edelschmiede CS-Reisemobile. Dass es zum Mercedes-Allradantrieb nur das Fünfgang-Automatikgetriebe gibt und nicht die modernere Siebengang-Automatik, stört kaum. Das „alte“ Getriebe wechselt die Gänge einwandfrei. Ähnlich sehen es offenbar auch die CS-Kunden. Denn 43 Prozent ordern die ausgebauten CS-Sprinter mit Allradantrieb. Der ist allerdings beim Independent schon in der Serienausstattung enthalten.

„Unsere Kunden legen großen Wert auf Autarkie und stehen den neuen Batterietechniken aufgeschlossen gegenüber“, betont CS-Chef Oltmanns. Häufig wird deshalb die im Testfahrzeug verbaute Lithium-Ionen-Batterie von Dometic gewählt, zusammen mit dem Ladebooster von Votronic, der während der Fahrt die Batterien mit Volldampf lädt. Da zum Independent- Paket auch eine Solaranlage gehört, ist die Stromversorgung gesichert.

Der Möbelbau im CS Independant ist absolut solide. Im Testwagen hat CS die 15 Millimeter starken Platten mit Buche furniert, an jeder Kante findet sich eine gerundete Echtholz-Leiste. Das mag zwar optisch nicht jedermanns Sache sein, solide und langlebig ist es allemal. Und wer mal an einer Ecke hängen bleibt, ist froh über die Rundungen der Buchenkanten.

Auch bei der Möbelaufhängung geht CS vorbildlich vor. Alle Möbelelemente sind nie nur direkt an das Fahrzeug geschraubt, sondern immer auch mit einem weiteren Möbelstück verbunden. Kein Wunder, dass von Seiten der Möbel während der Fahrt kaum Geräusche zu hören sind – außer das Fahrzeug verwindet sich im Gelände oder wird mit Schmackes über einen Speedbreaker gefahren.

Das Bett im Heck hat durch die ausgestellten „Ohren“ immerhin eine Länge von 198 Zentimetern, ist auf der Kopfseite 140 Zentimeter breit und am Fußende sind es noch 120 Zentimeter. Die Maße wirken auf den ersten Blick durchaus stattlich. In der Praxis ergeben sich allerdings Einschränkungen durch die verkleideten Fensterrahmen. Zwei große, kräftige Camper kommen sich da schnell in die Quere. Was dagegen positiv auffällt: CS zieht vor den Hecktüren eine angenehm gepolsterte Rückwand ein. Sie verhindert zwar, dass lange Gegenstände durchgeladen werden können, isoliert aber und ist für den hinten Schlafenden sehr angenehm.

Den Ein- und Ausstieg ins Querbett erleichtert eine unter dem großen Kleiderschrank versteckte, ausziehbare Trittstufe. Der Kompressorkühlschrank sitzt unter dem Bett – wohl der einzige Ort im Mobil, an dem genügend Tiefe dafür vorhanden ist.

Den Raum unter dem Bett nutzt CS auch für das verschiebbare Waschbecken. Das Bad hat eine Grundfläche von gerade mal 85 mal 67 Zentimetern. Das Waschbecken über der Banktoilette lässt sich wie eine Schublade nach hinten unter das Bett schieben – die Toilette ist damit frei. Mit diesem Kniff gewinnt das Bad deutlich.

Wie der enge Raum eines Kastenwagens gut genutzt wird, zeigt CS auch beim Tisch. Weil der Fahrersitz für groß Gewachsene weit nach hinten gestellt werden muss und auch auf der bequemen Fasp- Sitzbank noch Bewegungsfreiheit wünschenswert ist, lässt sich der Tisch zusammenklappen, vorne und hinten um jeweils 15 Zentimeter. Ruckzuck ist er zum Essen wieder auf 110 Zentimeter gebracht.

Mit den riesigen Allterrain-Reifen fällt der CS auf. Ist der Allradantrieb eingeschaltet, erklimmt der Sprinter erstaunliche Steigungen, selbst auf schmierigem Geläuf. Weil die Reifen vom Komfort her auf der Straße durchaus taugen, lassen sich entspannt große Strecken zurücklegen, zumal sich auch der Spritverbrauch mit knapp 14 Litern auf 100 Kilometer in Grenzen hält. Einzig feuchten Asphalt mögen die großen Schlappen nicht. In Kurven beginnen sie schnell zu schmieren und vermitteln dann ein indifferentes Fahrverhalten. Gut 110.000 Euro muss der Kunde für den CS Independent in der getesteten Variante berappen, der Grundpreis mit Allradantrieb liegt bei 77.500 Euro. Klar, kein Schnäppchen. Wer aber die hochwertige technische Ausstattung des Innenausbaus und des Basisfahrzeugs sieht, kommt durchaus zu dem Schluss, dass der Independent das Geld auch wert ist.

Von Heiko Paul

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